Viele Haushalte haben inzwischen Wasser, Konserven und eine Taschenlampe im Keller. Hund, Katze oder Kaninchen tauchen auf der Vorratsliste aber oft nicht auf. Dabei sind gerade Tiere bei einem Stromausfall, Hochwasser oder einer kurzfristigen Evakuierung vollständig auf dich angewiesen.
1. Wasser: messen statt schätzen
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt, sich für etwa zehn Tage selbst versorgen zu können. Für dein Tier funktioniert das am einfachsten so: Miss an zwei, drei normalen Tagen, wie viel es tatsächlich trinkt, und rechne das auf zehn Tage hoch. Bei Hitze, viel Bewegung oder Trockenfutter liegt der Bedarf höher, also lieber großzügig planen. Wasser für das Tier separat lagern, damit es nicht vom Vorrat der Familie abgeht.
2. Futter: das, was dein Tier schon kennt
- Das gewohnte Futter für mindestens zehn Tage, im Alltag mitbenutzen und regelmäßig nachkaufen (das Älteste zuerst).
- Nassfutter in Dosen ist ohne Strom leichter zu lagern als frisches Futter. Einen Dosenöffner nicht vergessen.
- Futterumstellungen in einer Stresssituation vermeiden: lieber denselben Vorrat, den das Tier verträgt.
3. Medikamente und Papiere
- Regelmäßige Medikamente für mindestens zwei Wochen, mit Dosierung auf einem Zettel.
- Impfpass bzw. EU-Heimtierausweis, Chipnummer, Telefonnummer der Tierarztpraxis und einer Notfallpraxis.
- Ein aktuelles Foto des Tieres, falls es entläuft.
- Alles in einer wasserdichten Hülle, griffbereit beim Notgepäck.
4. Die Tasche für die schnelle Evakuierung
Wenn du das Haus kurzfristig verlassen musst, bleibt keine Zeit zum Suchen. Pack eine kleine Tasche, die neben deinem eigenen Notgepäck steht:
- Leine, Geschirr oder Transportbox (die Box vorher zu Hause üben)
- Futter und Wasser für drei Tage, faltbare Näpfe
- Kotbeutel bzw. kleine Menge Katzenstreu
- Decke oder Spielzeug mit vertrautem Geruch
- Kopie der Papiere und Medikamente
5. Absprachen, bevor etwas passiert
Nicht jede Notunterkunft nimmt Tiere auf. Kläre deshalb vorher, wo dein Tier unterkommen könnte: Familie, Freunde außerhalb deines Ortes, Nachbarn mit Schlüssel. Und sprich mit einem Nachbarn ab, wer sich um die Tiere kümmert, wenn du selbst nicht nach Hause kommst.
Kurz-Checkliste
- Wasser für 10 Tage (gemessen, nicht geschätzt)
- Gewohntes Futter für 10 Tage, rotierend
- Medikamente für 2 Wochen + Dosierzettel
- Papiere, Chipnummer, Foto in wasserdichter Hülle
- Evakuierungstasche mit Box/Leine, Näpfen, Futter für 3 Tage
- Unterkunft und Nachbarn abgesprochen
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